Mittwoch, 13. April 2016

Zahnpasta: vegan, plastikfrei und selbstgemacht

Seid ungefähr einem Jahr benutze ich selbst gemachte Zahnpasta. heute schreibt mir meine Schwester, dass ich ihr doch mal das Rezept schicken soll. Diesen Post nutze ich also, um nicht nur ihr sondern Euch allen auch die einfachste DIY-Zahnpasta der Welt vor zu stellen:





Kokosnuss-Zahnpasta  






Vorteile:

plastikfrei - also nicht nur frei von Mikroplastik sondern auch die Zutaten sind ohne Plastikverpackung zu erstehen
vegan - alle Zutaten sind vegan
gesund - Du bestimmst die Inhaltsstoffe selbst, da ist kein Zeug drin, was Dein Körper eh nicht braucht oder, sogar schlimmer, was ihn vergiftet
selbstgemacht - und zwar richtig fix. Die Zutaten (bis auf den Birkenzucker) hab ich eh im Haushalt, weil ich sie auch für andere Rezepte, für andere Kosmetika oder zum Putzen brauche.

Wie das geht? Ich habe mich von Lisa vom Experiment Selbstversorgung inspirieren lassen.






Ich nehme:

5EL Kokosfett in Bio-Qualität
3EL Natron 
2EL Birkenzucker
2 Tropfen Pfefferminzöl

Das Kokosfett in einem Topf langsam schmelzen. Das geht ganz fix und das Fett muss auch nicht kochen oder so, sondern nur zerlaufen. Dann Natron und Birkenzucker zufügen und so lange rühren, bis sich die Pulver ausgelöst haben. Dann den Topf vom Herd nehmen, das Pfefferminzöl unterrühren, alles in ein Gläschen geben und abkühlen lassen. Fertsch!

Zum Entnehmen habe ich einen kleinen Löffel an meinem Glas, damit ich nicht mit der Zahnbürste die Paste verunreinige. Den Löffel nehme ich übrigens morgens auch noch zum Zungeschaben und wasche ihn danach gründlich ab. 

Jetzt schwirren Dir bestimmt gleich Fragen durch den Kopf. Ich versuche mal einigen vor zu greifen:

Birkenzucker? Wird auch Xylit genannt und ist ein Inhaltsstoff, der auch in der Industrie anerkannt ist (zum Beispiel in Xylitkaugummis). Der Zucker wird tatsächlich aus der Rinde der Birke gewonnen und ist 100% natürlich und vegan. Er verringert Karies und ist zahnfreundlich. Außerdem eigent sich Xylit auch für Diabetiker, kann bei übermäßigem Verzehr aber abführend wirken. In der Zahnpasta, die ich herstelle, neutralisiert die Süße des Birkenzuckers etwas den salzigen Geschmack des Natrons (doppelte Wirkung also!) Birkenzucker bekommst Du in der Apotheke.

Wie lange ist die Zahnpasta denn haltbar? Also, bei mir hält diese Menge etwa 4 Monate und in der Zeit ist mir noch nichts schlecht geworden.

Wieviel muss ich denn auf die Zahnbürste tun? Ich nehme immer so 1/5 Teeloffel, also einfach ein bißchen was abschaben und mir reicht das. Mein Zahnarzt hat sich noch nicht beschwert, ihm ist nicht mal aufgefallen, dass ich die Zahnpasta gewechselt habe.

Muss ich sonst was beachten? Ja, bitte achte darauf, dass Dir beim Putzen nichts auf Deine Kleidung spitzt, sonst hast Du Fettflecken wegen des Kokosöls. Die Zahnpasta wird schnell sehr flüssig, das Gefühl im Mund ist anders, als wir es von den schäumenden konventionellen Pasten gewohnt sind. Inzwischen finde ich diesen Schaum schon eher seltsam, außerdem sind mir industrielle hergestellte Paste oft viel zu scharf.

Das Geniale an der Zahnpasta ist, dass ich den Geschmack selbst variieren kann. Für den Minimonsieur habe ich welche ohne Pfefferminzöl gemacht und er findet sie lecker. Da ist zwar nicht Käptn Sharky auf der Verpackung, dafür schmeckt die Zahnpasta kein bißchen scharf sondern eher fast süßlich nach Nachtisch (lecker Kokosgeschmack).

Hast Du noch Fragen: schieß los!





Ansonsten: viiiel Spaß beim Anrühren und beim Zähneputzen!



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Und weil Selbermachen, plastikfrei und vegan nachhaltig sind, verlinke ich zur #EiNaB im April!


Kommentare:

  1. Die Idee ist klasse. Ich habe mir meine, grad leer geworden, passt also perfekt nur aus Kokosöl und Natron gemacht. Hat auch super die Lippen gepflegt. Das mit dem Birkenzucket war mir nicht einleuchtend drum hab ich ihn weggelassen. Deine Ausgührung ist besser, als die die ich letztes Jahr genommen habe. Danke. Ich fand u.a. auch, dass die Zähne weißer wurden.
    Lieben Gruß,
    Petra

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  2. Hallo Anne!

    Um die Sache mit der Zahnpaste habe ich bisher noch einen Bogen gemacht. Irgendwie war mir das unheimlich. Aber nun hast Du mich doch motiviert. Zutaten sind alle zu Hause :-)

    Danke!

    lg
    Maria

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  3. Soll ich, soll ich nicht? Sogar Xylit bekomme ich hier im Dorf, den Rest habe ich daheim, ich denke, ich werde bald. Danke!
    glg Petra

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  4. Ich stehe gerade in der Küche und rühre und rühre und rühre.... und nichts löst sich *heul*
    Hilfe ^^"

    Liebe Grüße
    Helene

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    1. Liebe Helene,

      es dauert ziemlich lange, bis sich das Natron aufgelöst hat. Ich rühre immer kräftig und während des Abkühlens dann immer mal wieder, damit das Natron nicht auf den Boden sackt. Wenn´s dann ganz ausgekühlt ist, spüre ich noch gaaaaaaaanz ganz feine Partikel beim Putzen., wahrscheinlich löst sich das Natron nicht vollständig auf. Hätte ich besser formulieren sollen, sorry. Wird nachgeholt!
      Wie sieht Deine Paste denn nach der Nacht heut aus?

      Liebe Grüße,

      Anne

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